José Carreras feierte in diesem Jahr ein triumphales Comeback auf der Opernbühne. Bei Konzerten von Schweden bis Südamerika wurde der Startenor mit Standing Ovations gefeiert. Im Dezember konzertiert der Star-Tenor mit einem Weihnachtsprogramm in Deutschland. Aber vorher trafen wir den glühenden FC Barcelona-Fan noch zu einem exklusiven Interview.

Herr Carreras, Deutschland hat zwei Katalanen ganz besonders tief ins Herz geschlossen. Der eine sind Sie. Der andere ist Pep Guardiola. Haben Sie es Pep inzwischen verziehen, dass er vom FC Barcelona zu den Bayern gewechselt ist? Das freut mich, dass ich dazugehöre. Dafür bin ich dem deutschen Publikum sehr dankbar! Klar habe ich ihm verziehen. Er hat für den FC Barcelona viel geleistet und jetzt macht er das in Bayern. Ich wünsche ihm natürlich viel Glück!

Mit den Drei Tenören traten Sie in den größten Stadien der Welt auf, sangen anlässlich der Fußball-WM 1990 in Rom, Sie sind begeisterter Fußballfan. Wie haben Sie diesen Sommer die Fußball-WM und das Ausscheiden der spanischen Nationalmannschaft erlebt? Wir traten bei vier Finalspielen der Fußball WMs auf. In Rom, Paris, Los Angeles und Tokio. Das war für uns Drei – alle große Fußball Fans – großartig! Natürlich habe ich mir viele Spiele im Fernsehen angesehen. Spanien war diesmal nicht so gut… so ist das im Sport … übrigens gratuliere ich Deutschland! Das Team hat großartig gespielt und gekämpft!

Sie sangen in den großen Opernhäusern dieser Welt: an der Mailänder Scala, am Covent Garden in London und an der Met in New York, feierten große Erfolge bei den Salzburger Fest- spielen, arbeiteten mit so großartigen Dirigenten wie Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und Claudio Abbado. Gibt es in Ihrer an Erlebnissen und Erfolgen so prallen Karriere dennoch einen einzigartigen Moment oder eine Begegnung, die für Sie bis heute unvergesslich ist und den Sie in sich tragen wie einen Schatz? Zweimal. Einmal in der Wiener Staatsoper. Eine „Boheme“ Vorstellung unter Leitung des magischen Herbert von Karajan – und ich durfte den Rodolfo singen. Das Publikum war so begeistert, dass es 80 Minuten applaudierte! Der Eiserne Vorhang war schon unten – aber die Menschen wollten nicht gehen, diesen aussergewöhnlichen Augenblick festhalten… und natürlich, als ich nach meiner schweren Erkrankung zum ersten Mal wieder auftreten durfte. Ein Moment, für den ich all den Schmerz ertragen hatte! Es war in Barcelona und man sagt, dass 200.000 Zuschauer bei diesem Open Air Konzert waren.

Sie haben seit Ihrem siebten Lebensjahr am Konservatorium in Barcelona Gesang studiert. Ihre berufliche Laufbahn begannen Sie aber mit einem Chemiestudium. Wie fanden Sie doch zurück zur Musik? Ich trat bereits im Alter von 11 Jahren im Opernhaus von Barcelona erstmals auf! Ich übernahm den Part einer So- pranistin, die krank wurde. Ich glaube einfach, daß ich für das Singen geboren wurde – und das sahen auch meine Eltern ein und haben mich daher unterstützt.

Im Dezember konzertieren Sie für zwei Weihnachtskonzerte in Deutschland. Werden Sie an diesen Abenden auch klassische deutsche Weihnachtslieder wie „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Leise rieselt der Schnee“ singen? Natürlich, sehr gerne! Überhaupt ist für mich Weihnachten etwas sehr romantisches, besinnliches. Daher passen die schönsten Melodien dazu – von „Ave Maria” bis „Stille Nacht”. Im ersten Teil werden aber auch andere wunderschöne Melodien zu hören sein. Von Oper, Operette bis zum romantischen Lied. Ich hoffe, daß das Publikum damit in diese vorweihnachtliche Stimmung „verzaubert“ wird! Es wäre schön, wenn die Menschen bei „Stille Nacht“ mitsummen oder mitsingen… der größte Chor Deutschlands! (lacht).

 

Weihnachten mit José Carreras

12. Dezember: Oberhausen, König Pilsener Arena
14. Dezember: Hamburg, CCH

Tickets für José Carreras gibt’s bei Ticketmaster!